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Schnarchschiene – ruhiger schlafen mit einer Unterkieferprotrusionsschiene

Schnarchen ist weit verbreitet – etwa zwei von drei Menschen schnarchen zumindest zeitweise. Für viele bleibt es ein Geräusch, das vor allem den Partner stört. Bei einem Teil der Betroffenen steckt aber mehr dahinter: eine obstruktive Schlafapnoe, bei der die Atmung im Schlaf immer wieder aussetzt.

Eine individuell angefertigte Schiene, die den Unterkiefer nachts leicht nach vorne hält, kann in vielen Fällen helfen. Diese sogenannte Unterkieferprotrusionsschiene lassen wir für Sie anfertigen – ultradünn, leicht und genau auf Ihr Gebiss abgestimmt.


Was beim Schnarchen und bei einer Schlafapnoe passiert

Im Schlaf entspannt sich die Muskulatur im Rachen. Zunge und Weichgewebe sinken zurück, die Atemwege werden enger – so entsteht das typische Schnarchgeräusch. Fallen die oberen Atemwege wiederholt ganz zusammen, kommt es zu Atemaussetzern: Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, der Körper weckt sich kurz selbst auf, der Schlaf wird immer wieder unterbrochen. Man spricht dann von einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA).

Eine unbehandelte Schlafapnoe stört nicht nur die nächtliche Erholung, sie gilt auch als Risikofaktor für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Ein Verdacht sollte deshalb immer ärztlich abgeklärt werden.

Mögliche Anzeichen

  • lautes, regelmäßiges Schnarchen
  • Atemaussetzer im Schlaf, die dem Partner auffallen
  • ausgeprägte Tagesmüdigkeit und Leistungsabfall
  • morgendliche Kopfschmerzen
  • nächtlicher Harndrang
  • Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten

Wenn Sie mehrere dieser Punkte bei sich wiederfinden, sprechen Sie uns an oder wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis. Ob eine Schlafapnoe vorliegt und wie ausgeprägt sie ist, klärt eine schlafmedizinische Untersuchung.


Wie die Schiene wirkt

Die Schiene besteht aus zwei miteinander verbundenen Teilen – einem für den Ober-, einem für den Unterkiefer. Sie hält den Unterkiefer während des Schlafs in einer leicht vorverlagerten Position. Dadurch bleibt der Raum hinter Zunge und Gaumen offener, die Atemwege werden weniger leicht blockiert und die Luft kann freier strömen. Das Schnarchgeräusch kann dadurch deutlich leiser werden.

Unterkieferprotrusionsschienen sind eine bewährte, nicht-invasive Behandlungsmöglichkeit bei Schnarchen sowie bei leicht- bis mittelgradiger obstruktiver Schlafapnoe. Wie gut sie im Einzelfall wirkt, lässt sich nur individuell beurteilen.


Unsere Schienen: medizinisches Nylon aus dem 3D-Druck

Wir arbeiten mit Schienen, die im 3D-Druckverfahren aus medizinischem Nylon gefertigt werden. Gegenüber herkömmlichen Acrylschienen bringt das mehrere Vorteile:

  • Ultradünn und leicht – im hinteren Bereich nur etwa 0,5 mm Materialstärke. Das schafft Platz für die Zunge und erleichtert die Eingewöhnung.
  • Widerstandsfähig – das Material ist sehr beständig gegen Risse, Abrieb und Bruch und hält auch nächtlichem Pressen und Knirschen stand.
  • Glatte Oberfläche – ein spezielles Politurverfahren versiegelt das Material. Die Schiene nimmt weniger Flüssigkeit und Verfärbungen auf und lässt sich leichter sauber halten.
  • Gut verträglich – das Material ist BPA-frei und hypoallergen.
  • Individuell gefertigt – jede Schiene entsteht nach den Daten Ihres eigenen Gebisses.

Je nach Situation kommen unterschiedliche Bauformen infrage: mit stabilem Schraubenmechanismus zur Einstellung der Vorverlagerung, mit elastischen Verbindungselementen für mehr seitliche Beweglichkeit des Unterkiefers oder mit vorderem Haltemechanismus, der ein Absinken des Unterkiefers verhindert. Welche Variante zu Ihnen passt, besprechen wir gemeinsam.


Der Ablauf bei uns

  1. Beratung und Untersuchung – wir sprechen über Ihre Beschwerden und prüfen, ob Zähne, Zahnfleisch und Kiefergelenke für eine Schiene geeignet sind. Besteht der Verdacht auf eine Schlafapnoe, empfehlen wir vorher die schlafmedizinische Abklärung.
  2. Abformung – Ihr Gebiss nehmen wir mit dem digitalen Scanner auf. Ein Abdruck mit Abformmasse ist dafür nicht nötig.
  3. Anfertigung – die Schiene wird im Labor individuell hergestellt, in der Regel innerhalb von rund einer Woche.
  4. Eingliederung – wir passen die Schiene an und stellen die Vorverlagerung zunächst gering ein.
  5. Feineinstellung und Kontrolle – in kleinen Schritten wird die Position angepasst, bis Wirkung und Tragekomfort zusammenpassen. Bei diagnostizierter Schlafapnoe folgt anschließend eine Kontrolle beim Schlafmediziner.

Wann eine Schiene infrage kommt

  • bei Schnarchen ohne Atemaussetzer
  • bei leicht- bis mittelgradiger obstruktiver Schlafapnoe
  • wenn eine Überdruckbeatmung (CPAP-Maske) nicht vertragen wird oder nicht erfolgreich eingesetzt werden kann

Voraussetzung ist ein ausreichend stabiles Gebiss, an dem die Schiene Halt findet. Ausgeprägte Kiefergelenkbeschwerden oder eine stark geschädigte Restbezahnung können gegen eine Schiene sprechen – das klären wir vor der Anfertigung.


Kosten und Krankenkasse

Bei einer ärztlich diagnostizierten obstruktiven Schlafapnoe kann die Unterkieferprotrusionsschiene zulasten der gesetzlichen Krankenkasse verordnet werden. Voraussetzung ist die Verordnung durch eine schlafmedizinisch qualifizierte Ärztin oder einen entsprechend qualifizierten Arzt und dass eine Überdrucktherapie mit Atemmaske nicht erfolgreich eingesetzt werden kann.

Geht es allein um Schnarchen ohne Schlafapnoe, ist die Schiene eine private Leistung. Private Krankenversicherungen erstatten je nach Tarif unterschiedlich. Sie erhalten von uns vorab einen Kostenplan, damit Sie wissen, woran Sie sind.


Sprechen Sie uns an

Sie schnarchen, fühlen sich morgens wie gerädert oder Ihr Partner hat Atemaussetzer bemerkt? Rufen Sie uns an unter (09174) 97 76 37 oder vereinbaren Sie einen Termin über unser Kontaktformular. Wir sehen uns Ihre Situation in Ruhe an und sagen Ihnen, ob eine Schiene für Sie sinnvoll sein kann.

Häufige Fragen

Ersetzt die Schiene die Atemmaske (CPAP)?

Nicht grundsätzlich. Bei ausgeprägter Schlafapnoe gilt die Überdruckbeatmung als wirksamste Behandlung. Die Schiene ist eine Möglichkeit bei leichteren Formen und dann, wenn die Maske nicht vertragen wird oder nicht erfolgreich eingesetzt werden kann. Diese Entscheidung treffen wir gemeinsam mit Ihrer Schlafmedizinerin oder Ihrem Schlafmediziner.

Muss ich mich an die Schiene gewöhnen?

In der Regel ja – meist einige Nächte bis wenige Wochen. Am Anfang können vermehrter Speichelfluss oder ein Spannungsgefühl im Kiefer am Morgen auftreten; beides lässt üblicherweise nach. Deshalb stellen wir die Vorverlagerung schrittweise ein.

Was ist, wenn ich mit den Zähnen knirsche?

Das schließt eine Schiene nicht aus. Das verwendete Nylon ist sehr bruchfest, und es gibt Bauformen, die dem Unterkiefer bewusst mehr seitliche Beweglichkeit lassen.

Brauche ich vorher eine Schlafuntersuchung?

Wenn Hinweise auf Atemaussetzer bestehen: ja. Nur so lässt sich einschätzen, wie ausgeprägt eine Schlafapnoe ist und ob eine Schiene ausreicht. Beim reinen Schnarchen ohne solche Hinweise ist sie nicht zwingend.

Wie pflege ich die Schiene?

Morgens nach dem Herausnehmen mit kaltem Wasser und einer weichen Bürste reinigen und trocknen lassen – kein heißes Wasser, keine grob schleifende Zahnpasta. Bringen Sie die Schiene bitte zu den Kontrollterminen mit.

Wie lange hält eine Schiene?

Bei sorgfältiger Pflege in der Regel mehrere Jahre. Verschleiß oder Veränderungen im Gebiss – etwa durch neuen Zahnersatz – können früher eine Neuanfertigung nötig machen. Auf Herstellungsfehler besteht Garantie.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Bei diagnostizierter obstruktiver Schlafapnoe ist das unter bestimmten Voraussetzungen möglich – nach Verordnung durch eine schlafmedizinisch qualifizierte Ärztin oder einen entsprechenden Arzt und wenn die Maskentherapie nicht erfolgreich eingesetzt werden kann. Bei reinem Schnarchen handelt es sich um eine private Leistung. Wir besprechen die Kosten vorab mit Ihnen.